| Klettenlabkraut (Galium aparine) |
Herbst und Frühjahr, bis 15 °C |
Quirlständige Blattanlage um den Stängel herum, Blattspreite schmal länglich, verkehrt eiförmig, stachlig spitzig, Oberseite, Rand, Mittelnerv hakig-behaart |
wichtiges Unkraut im intensiven Ackerbau, stickstoffzehrend, lichtbedürftig, bei Überwachsen hoher Ertragsausfall, verursacht Lager, Trocknungs- und Reinigungskosten |
geringe Wirkung des Eggens, Hacken und Auskämmen sowie Herbizide wirksame Bekämpfungsmethoden |
| Geruchlose Kamille (Matricaria inodora bzw. Tripleurospermum perforatum) |
Frühjahr bis Herbst 15–35 °C |
Flachkeimer, Blüte von Mai bis Oktober, Blütenboden markig gefüllt und nahezu geruchlos |
massenwüchsig, schädlichste Kamillenart, zunehmende Ausbreitungstendenz, bei höherer Dichte starke Ertragsminderung |
mechanische Maßnahmen bis zum frühen Rosettenstadium wirksam, Wuchsstoffherbizide nur teilweise wirksam, gute Erfassung durch Bodenherbizide, Kontaktmittel und Sulfonylharnstoffe |
| Vogelmiere (Stellaria media) |
Frühjahr und Herbst |
Wasserleitbahn im Inneren (beim Durchbrechen erkennbarer gummiartiger Faden), Haarlinie an einer Seite des Stängels, weiße Blüten, junge Stängel grün, später rötlich |
erhebliche Konkurrenzkraft um Nährstoffe, Standraum, Wasser, Licht, stickstoffliebend, Massenwüchsigkeit im intensiven Ackerbau, befördert Pilzinfektionen und Lagergetreide mit Erntestörungen und Kornfeuchte, Wirtspflanze für Krankheiten und Schädlinge |
bis zum Vier- bis Sechsblatt-Stadium gut mit mechanischen Verfahren bekämpfbar, wird von vielen boden- und blattaktiven Herbiziden wirksam erfasst |
| Klatschmohn (Papaver rhoeas) |
Herbst, 7–10 °C |
wechselständiger Blattwuchs, einfach fiederteilig, gezähnte Blattabschnitte, borstig behaarter Stängel, rote Blüten mit schwarzem Grund und 5–10 cm Durchmesser, dicke, rundliche, kahle Samenkapsel |
überlebt Winterungen, langlebiges Samenunkraut, massenhaftes Auftreten, wenn Samen durch Bodenbearbeitung ans Licht kommen |
nur in sehr frühem Stadium chemisch bekämpfbar (Bodenherbizide im Herbst), im Frühjahr Wirkstoffkombinationen notwendig, möglicherweise Resistenzaufbau gegen ALS-Hemmer |
| Kornblume (Centaurea cyanus) |
ganzjährig bei 5–25 °C, Herbstkeimer besonders relevant |
Laubblätter wechselständig angeordnet und locker grau filzig behaart, Blattspreite der untersten Stängelblätter linealisch-lanzettlich mit spitzem oberem Ende oder fiederspaltig |
gut an Winterweizen angepasstes Samenunkraut, Verbreitung durch Saatgutverunreinigung und Verschleppung mitgedroschener Samen |
mechanische Bekämpfung im Frühjahr schwierig, Standardbehandlungen mit Herbiziden erfassen die Kornblume oft nicht ausreichend |
| Ehrenpreis-Arten (Veronica persica) |
Persischer Ehrenpreis: ganzjährig bei 2–40 °C, Efeublättriger Ehrenpreis: Herbst, 2–20°C |
niederliegendes Wegerichgewächs mit aufsteigenden und wurzelnden Stängeln, gekerbte, eiförmige, lanzettliche, längliche, abgerundete Blätter, kurzlebige Blüten |
teppichartiger Wuchs und hohe Stickstoffaufnahme beeinträchtigen Jungentwicklung des Weizens stark |
in frühen Stadien mit mechanischen Verfahren gut erfassbar, wirksame chemische Bekämpfung mit Bodenherbiziden im Herbst, im Frühjahr angepasste Wirkstoffauswahl, Sulfonylharnstoffe wirken oft nicht |
| Rote Taubnessel (Lamium purpureum) |
ganzjährig mit Schwerpunkt im Herbst, 2–25 °C |
bis zu drei Generationen pro Jahr, Flachkeimer, ähnelt optisch Brennnesseln, Blätter jedoch ohne Brennhaare, Blattfarbe sattgrün bis dunkelviolett |
gut an Winterweizen angepasstes Samenunkraut, schnelle Entwicklung im Frühjahr behindert Entwicklung der Kulturpflanzen, Aufbau eines großen Samenpotenzials im Boden |
mechanische Maßnahmen für frühes Stadium gut wirksam, gute Bekämpfung im Herbst mit breit wirksamen Bodenherbiziden, Bekämpfungslücken bei Sulfonylharnstoff- und Wuchsstoff-Präparaten |
| Storchschnabel-Arten (Geranium pusillum; Geranium dissectum) |
ganzjährig ab 5 °C |
Selbstausbreitung der Samen, rundliche, tief gelappte oder handförmig geteilte Blätter, krautiger, verzweigter Wuchs |
zunehmende Bedeutung als Ackerunkräuter durch reduzierte Bodenbearbeitung und einseitige Fruchtfolgen, sehr anpassungsfähig und widerständig, dichte Bestände stellen hohe Konkurrenz dar |
mechanische Bekämpfung wenig wirksam, ausgewählter Einsatz von Herbiziden mit Sulfonylharnstoffen, Befallsflächen langfristig nur mit abgestimmtem, integriertem Unkrautmanagement behandelbar |
| Winden-Knöterich (Polygonum convolvulus bzw. Fallopia convolvulus) |
Hauptkeimzeit im Frühjahr |
oft verwechselt mit Ackerwinde, blüht und fruchtet von Juli-Oktober, kriechender und kletternder Wuchs, winden sich links und rechtsdrehend um andere Pflanzen, gestielte, pfeilförmige Laubblätter mit glattem Blattrand, ährige oder traubige Blütenstände in den Blattachseln |
direkte Konkurrenz um Nährstoffe, Standraum und Licht, höchster Schaden durch Erntestörungen und Erhöhung der Druschfeuchte |
im Zwei- bis Vierblatt-Stadium mit mechanischen Maßnahmen gut bekämpfbar, Breitbandherbizide gut wirksam, Wuchsstoffherbizide eingeschränkt wirksam |