Feld- und Lagerpilze im Getreideanbau
Noch auf dem Feld oder erst bei der Lagerung? Je nachdem wann bzw. wo die Infektion mit mykotoxinbildenden Pilzen stattfindet, unterscheidet man zwischen Feld- und Lagerpilzen.
Von Bedeutung im Ackerbau auf dem Feld sind vorwiegend zwei Pilzarten: Fusarien und Mutterkorn. Niederschläge während der Blüte fördern die Infektion und das Wachstum dieser Pilze.
- Beim Befall mit Mutterkorn (Claviceps purpurea) bildet die Pflanze in der Ähre anstelle der Getreidekörner auffällige braune und längliche Fruchtkörper, die Alkaloide wie Ergotamin enthalten. Diese sind ab bestimmten Werten schädlich für Menschen und Tiere und können zu Vergiftungserscheinungen führen. Insbesondere offen abblühende Getreidearten wie der Roggen werden befallen.
- Ährenfusarien wie Fusarium graminearum und Fusarium culmorum führen bei Getreide, vor allem bei Weizen und Mais, zu Keimlings-, Fuß- und Ähren- bzw. Kolbenbefall. Aufgrund von Schmachtkörnern fallen die Erträge geringer aus. Noch größeren wirtschaftlichen Schaden verursachen jedoch die gebildeten Toxine wie Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA), die Menschen und Tiere gesundheitlich beeinträchtigen können.
Neben den Pilzen, die während des Anbaus auf dem Feld auftreten, gibt es weitere Pilzarten, die vor allem bei unsachgemäßer Lagerung von Erntegut (zu hohe Feuchte und Temperatur) entstehen können. Das sind vorwiegend Schimmelpilze, wie Aspergillus- oder Penicillium-Arten. Diese bilden Mykotoxine wie zum Beispiel Ochratoxin A (OTA), die sich jenseits bestimmter Konzentrationen negativ auf die Gesundheit von Mensch und Tier auswirken.