Keimung & Auflaufphase à Wasserbedarf gering: In der Keimphase und während des Auflaufens ist der Wasserbedarf eher gering und liegt bei etwa 2–3 Millimeter pro Tag. Dennoch verlangt die Kartoffel einen gleichmäßig feuchten Boden. Ist der Acker zu trocken, keimt die Kartoffel zu spät. Zu feuchte Erde oder Staunässe führt dagegen schlimmstenfalls zu Fäulnis. Eine Bodenfeuchte von rund 50 bis 75 Prozent der Feldkapazität wird als ideal betrachtet.
Beginn Wachstumsphase à Wasserbedarf moderat: Sobald sich Blätter und Stängel ausbilden, steigt der Wasserbedarf der Kartoffel. Gleichzeitig entwickeln sich die zunächst flachen Wurzeln weiter. In dieser Phase ist der Wasserbedarf moderat. Dennoch sollte eine regelmäßige Wasserversorgung sichergestellt sein, um den Aufbau eines möglichst tiefreichenden und leistungsfähigen Wurzelsystems zu fördern. Dies verbessert sowohl die Wasser- als auch die Nährstoffaufnahme. Kurzzeitiger, moderater Trockenstress ist in dieser Entwicklungsphase weniger kritisch als in früheren oder späteren Stadien und kann das Wurzelwachstum sogar stimulieren.
Knollenansatz (BBCH 40–49) à Wasserbedarf moderat: Die Bewässerung während des Knollenansatzes ist ein zentraler Ertragsfaktor. In dieser Entwicklungsphase entscheidet die Wasserverfügbarkeit maßgeblich darüber, ob und wie viele Knollen angelegt werden. Wasserstress oder Trockenheit reduzieren den Knollenansatz deutlich und begrenzen damit das Ertragspotenzial. Eine übermäßige Wasserversorgung wirkt sich ebenfalls negativ aus, da sie das Krautwachstum fördert und Energie und Nährstoffe zulasten der Knolle im Kraut bindet. Für eine optimale Knollenbildung ist daher eine gleichmäßige, moderat dosierte Bewässerung erforderlich (Wasserverbrauch circa 4–6 Millimeter pro Tag).
Knollenwachstum (BBCH 50–79) à Wasserbedarf hoch: In der Phase des Knollenwachstums erreicht der Wasserbedarf der Kartoffel seinen Höchstwert. Eine unzureichende Wasserversorgung kann zu Rissbildung und Verformungen der Knollen führen. Gleichzeitig wird in diesem Stadium maßgeblich die spätere Knollengröße bestimmt. Eine regelmäßige Bewässerung unterstützt eine gleichmäßige Entwicklung und ermöglicht das Erreichen optimaler Größen. Empfohlen wird eine möglichst konstante Bodenfeuchte von etwa 60 bis 80 Prozent der Feldkapazität.
Reifephase à Wasserbedarf gering: Während der Abreife wird die Wassergabe schrittweise reduziert, da der Wasserbedarf der Knollen nun abnimmt und sich bei etwa 2–3 Millimeter pro Tag einpendelt. Eine zu hohe Bodenfeuchte kann die Abreife verzögern. Leicht trockenere Bedingungen fördern hingegen die Ausbildung einer festen Schale. Entsprechend wird die professionelle Beregnung der Kartoffeln in dieser Phase eingestellt.