Profi-Wetterstation

Profi-Wetterstationen sind unverzichtbare Werkzeuge für Landwirtschaft, Landschaftspflege, kommunale Grünflächen und viele weitere Anwendungen. Sie liefern verlässliche und hochaufgelöste Wetterdaten und Klimadaten in Echtzeit, die direkt für Planung, Steuerung und Risikoabschätzung genutzt werden können.

Verschaffen Sie sich mit unserer Hilfe einen umfassenden Überblick über Aufbau, Sensorik, Messwerte, Anwendungsbereiche und Vorteile professioneller Wetterstationen. Erfahren Sie, wie unterschiedliche Sensoren, Softwarelösungen und Vernetzungsmöglichkeiten dazu beitragen, landwirtschaftliche Prozesse zu optimieren, Umweltbedingungen präzise zu erfassen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Inhaltsverzeichnis

BayWa-Services rund um Profi-Wetterstationen

Profitieren Sie von unseren hochwertigen Profi-Wetterstationen, umfassendem Service und individueller Beratung. Wir unterstützen Sie bei …

  • der Auswahl der passenden Produkte (zum Beispiel Funkwetterstationen, Agrar-Sensoren)
  • der Installation und Einrichtung der Geräte sowie
  • bei Fragen zu Sensorik, Vernetzung oder Softwareanwendungen.

Sie erreichen uns bequem per E-Mail, über unser Kontaktformular oder direkt vor Ort an Ihrem BayWa-Standort. Unsere Expertinnen und Experten freuen sich auf Sie.

Profi Wetterstationen: Wetterdaten für optimale Planung

Eine professionelle Wetterstation liefert als meteorologisches Messsystem präzise, zuverlässige und langfristig stabile Wetter- und Klimadaten mithilfe von

  • kalibrierten Sensoren
  • genormten Messverfahren
  • hoher Messgenauigkeit und -stabilität

Die Wetterstation kann diese Daten hochauflösend messen, speichern, auswerten und oft in Echtzeit an Software und Netzwerke übertragen. Damit unterstützt sie Landwirte, Städte und Kommunen, aber auch Landschaftspfleger und weitere Anwender dabei, Risiken zu minimieren, die Produktion zu optimieren und die Logistik sicher zu gestalten.

Das bedeutet: Wer auf professionelle Wetterstationen setzt, kann besser planen, schneller reagieren, Verzögerungen vermeiden und Kosten reduzieren.

Vorteile und Herausforderungen von Profi-Wetterstationen

Vorteile Nachteile

✔ hohe Messgenauigkeit – sehr präzise Sensoren für Temperatur, Luftdruck, Wind, Niederschlag etc.

 

✔ zuverlässige Daten für Landwirtschaft, Forschung, Wetterdienste

 

✔ langfristige Stabilität – robust gebaut für dauerhafte Nutzung im Freien

 

✔ erweiterbare Sensorik – Möglichkeit weitere Messmodule anzuschließen

 

✔ Echtzeit-Datenübertragung – oft mit Vernetzung oder Fernzugriff (App)

 

✔ professionelle Datenqualität – für Analysen und Modellierung geeignet

 

✔ Kalibrierung nach Standards möglich – Einhaltung professioneller Messnormen

 

✔ Wetter-Alarmfunktionen & Automatisierung – z. B. Warnungen oder Steuerung von Anlagen

✖ höhere Anschaffungskosten

 

✖ komplexe Installation – erfordert oft Montage, Kalibrierung und ggf. Fachwissen

 

✖ Wartungsaufwand – regelmäßige Kalibrierung, Reinigung der Sensoren nötig

 

✖ Datenverarbeitung erforderlich – teilweise zusätzliche Software/Server zur Auswertung notwendig

 

✖ Stromversorgung/Netzwerk nötig – teils zusätzlicher Aufwand für Strom und Datenanbindung

 

✖ Kosten für Sensorersatz – hochwertige Sensoren sind teuer im Austausch

 

Wetterstation im Schnee vor Schneepflug

Profi-Wetterstationen für jeden Einsatzort

Profi-Wetterstationen generieren Daten für unterschiedlichste Anwendungen – von der klassischen Landwirtschaft über Tierhaltung und kommunale Grünflächen bis hin zu Forschung, Umweltmonitoring und industriellen Spezialanwendungen. Im Gegensatz zu Consumer-Lösungen sind sie auf Langzeitbetrieb, Messgenauigkeit, Robustheit und Systemintegration ausgelegt. Je nach Einsatzbereich unterscheiden sich jedoch Anforderungen, Sensorik und Prioritäten deutlich.

A) Landwirtschaft – Pflanzenanbau

Ob Ackerbau beziehungsweise Feldbau, Obst- und Gemüsebau oder Weinbau – Im modernen Pflanzenbau sind agrarmeteorologische Wetterstationen ein Kernelement der präzisen, datenbasierten Bewirtschaftung. Sie ermitteln Echtzeit- und Verlaufsdaten, mit denen Landwirte und Agrarbetriebe …

  • Aussaat-, Dünge- und Erntezeitpunkte optimieren
  • Bewässerung bedarfsgerecht steuern
  • Pflanzenkrankheiten und Schädlingsdruck prognostizieren
  • Frost-Risiko, Hitze- und Trockenstress frühzeitig erkennen
  • Dokumentations- und Nachweispflichten erfüllen

Auch langfristig unterstützen Wetterdaten bei der Auswahl passender Sorten und Anbaustrategien.

Typische Messgrößen sind Lufttemperatur, Niederschlag, Luftfeuchte, Wind, Globalstrahlung sowie – besonders wichtig – Bodenparameter (Bodentemperatur, Bodenfeuchte in mehreren Tiefen).

Worauf es bei Profi-Wetterstationen im landwirtschaftlichen Pflanzenbau besonders ankommt:

  • hohe Messgenauigkeit und Langzeitstabilität, da kleine Abweichungen große agronomische Folgen haben können
  • standortnahe Messung (Mikroklima statt Regionaldaten)
  • Erweiterbarkeit um Boden- und Blattnässe-Sensoren
  • Schnittstellen zu Farm-Management-Systemen (FMIS)
  • automatisierte Warn- und Prognosefunktionen

B) Landwirtschaft –Tierhaltung/Tierzucht

Auch in der Tierhaltung können Umwelt- und Wetterdaten relevant sein. Hier unterstützen Wetterstationen das Tierwohl, die Produktivität und das Risikomanagement. Sie helfen bei der Überwachung von:

  • Hitzestress bei Nutztieren
  • Lüftungs- und Klimaführung in Ställen
  • witterungsbedingten Gesundheitsrisiken
  • Arbeits- und Sicherheitsbedingungen

Gerade bei offenen oder teiloffenen Stallanlagen sowie auf Weideflächen sind lokale Wetterdaten entscheidend.

Worauf es besonders bei Profi-Wetterstationen in der Viehwirtschaft ankommt:

  • zuverlässige Messung von Temperatur, Luftfeuchte und Wind
  • Berechnung von Klimaindizes (zum Beispiel Temperatur-Feuchte-Index, THI)
  • robuste, wartungsarme Technik für den Dauerbetrieb
  • Alarmfunktionen bei kritischen Schwellenwerten
  • Integration in Stall- und Gebäudemanagementsysteme

C) Smart Citys, Parks, Landschaftspflege, Freizeitflächen

In Städten und öffentlichen Grünanlagen, aber auch auf Freizeitanlagen, Sportanlagen und Golfplätzen dienen professionelle Wetterstationen zur effizienten Steuerung von Infrastruktur, zur Ressourcenschonung und zur Erhöhung von Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Typische Anwendungsfälle sind unter anderem:

  • bedarfsgerechte Bewässerung von Grünflächen
  • Hitzemanagement und Stadtklimaanalyse
  • wetterabhängige Pflege- und Wartungsplanung
  • Sicherheitsmanagement bei Starkwind, Sturm oder Glätte
  • transparente Umweltinformationen für Bürger und Verwaltung

Worauf es bei Profi-Wetterstationen in Städten und Kommunen besonders ankommt:

  • hohe Datenverfügbarkeit und Ausfallsicherheit
  • Vernetzbarkeit (IoT, Smart-City-Plattformen, GIS-Systeme)
  • Mehrpunkt-Messkonzepte für urbane Mikroklimata
  • wartungsarme, vandalismussichere Bauweise
  • offene Schnittstellen und standardisierte Datenformate

D) Spezialanwendungen

In Forschung, Meteorologie, Hydrologie und Umweltmonitoring, Wasserwirtschaft und teilweise auch in der Industrie stehen wissenschaftliche Genauigkeit, Normenkonformität und Datenkontinuität im Vordergrund. Profi-Wetterstationen werden eingesetzt für:

  • Klimaforschung und meteorologische Messnetze
  • hydrologische Modelle und Hochwasserprognosen
  • Luft-, Boden- und Gewässermonitoring
  • Genehmigungs-, Nachweis- und Umweltauflagen
  • wetterabhängige industrielle Prozesse

Hier dienen die Daten häufig als rechtlich oder wissenschaftlich relevante Grundlage.

Worauf es bei Profi-Wetterstationen in Forschung und Industrie besonders ankommt:

  • Kalibrierfähigkeit und Rückführbarkeit auf Normen
  • sehr hohe Messauflösung und Genauigkeit
  • langfristige Datenkonsistenz über Jahre oder Jahrzehnte
  • flexible Datenlogger- und Schnittstellenkonzepte
  • hohe Anpassbarkeit an spezielle Sensorik und Messprogramme
Wetterstation vor Wiese

Bestandteile einer Profi Wetterstation

Wetterstationen für Landwirtschaft, Landschaftspflege und Kommunen sind meist feldtauglich und platzsparend konstruiert und können direkt im Bestand oder auf der Fläche installiert werden, ohne den Bewirtschaftungs- oder Pflegeablauf zu stören.

  • Das Sensorsystem (Messfühler) befindet sich in einem oder mehreren Gehäusen, die Außensensoren vor Verschmutzung und mechanischer Belastung schützen. Je nachdem welche Werte erfasst werden sollen, verfügt das System der Wetterstation zwischen einem (Minimal-Station) und über 25 (umfangreiche Profi-Station) Sensoren.
  • Die Zentraleinheit (Datenlogger) bildet die Schnittstelle zwischen Sensorik und Software und ist oftmals im Sensorgehäuse integriert. Sie liest alle Sensorsignale zyklisch aus, wandelt sie in Messwerte um, speichert die Daten lokal und/oder überträgt die aufbereiteten Daten in vorgegebenen Intervallen automatisch (zum Beispiel alle 5–60 Minuten) an eine Softwareplattform. Die Übertragung erfolgt je nach Modell zum Beispiel über Mobilfunk (2G, 4G, LTE), NB-IoT oder LoRaWAN.
  • Die Software/Datenverarbeitung übernimmt die Auswertung und Visualisierung der vom Datenlogger gesammelten Messdaten. Sie erstellt Diagramme, berechnet Mittelwerte oder Modelle, speichert die Daten langfristig und kann Warnungen oder Alarme ausgeben.
  • Die Energieversorgung kann je nach Modell mit Bleiakkus oder LiSOCl2-Akkus in Kombination mit Solarpanels oder Kondensatoren erfolgen.
  • Montiert ist die Station auf einem mobilen oder einem festinstallierten Stationsmast. Während bewegliche Varianten meist auf einem Dreibein-Stativ stehen, sind feste Stationen auf einem Edelstahlmast befestigt, der mit Ankern oder Hülsen am Boden gesichert ist.

Fernzugriff und Monitoring bei professionellen Wetterstationen

Wetterdaten per App analysieren und Entscheidungen treffen

Viele Profi Wetterstationen bieten eine Cloud-basierte Plattform, die Landwirten, Kommunen und anderen Anwendern den Zugriff auf Messdaten in Echtzeit ermöglichen. Andere Systeme senden die Daten über WLAN, Bluetooth oder Funk an Apps, Smart Home Systeme oder webbasierte Oberflächen.

Ob über Smartphone, Tablet oder Computer – mithilfe von Fernüberwachung und -steuerung haben Sie die Kontrolle, ohne vor Ort sein zu müssen – jederzeit und von überall.

  • Echtzeit-Überwachung: Temperatur, Niederschlag, Bodenfeuchte, Wind & Co. automatisch erfassen und direkt abrufen
  • Automatisierte Warnungen: Alarme und Benachrichtigung bei Frost, Hitzestress, Starkregen oder kritischen Sensorwerten
  • Wettervorhersagen: Apps nutzen Modelle, um Niederschlag, Frostrisiken oder Verdunstung vorherzusagen und helfen so, Pflanzenschutz und Bewässerung optimal zu planen.
  • Historische Datenanalyse: Trends, Mittelwerte und Langzeitverläufe einfach auswerten
  • Integration & Steuerung: Verbindung zu Bewässerungssystemen, Lüftung oder Smart-Farming-Plattformen. Daten können mit Krankheits- oder Schädlingsmodellen kombiniert werden, um den optimalen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Wasserressourcen zu planen.
  • Flexibilität: Ideal für große Flächen oder mehrere Standorte
Platzhalter

Messgrößen einer Wetterstation & ihre Anwendungen

Von Sensorwerten zu Entscheidungsgrundlagen

Nicht jede Wetterstation erfasst alle Messgrößen – welche Parameter verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Modell ab. Während kompakte Stationen die wichtigsten Basiswerte wie Temperatur, Niederschlag oder Luftfeuchte bereitstellen, erfassen umfangreiche Profi-Stationen zusätzlich Bodenfeuchte, Saugspannung, Blattnässe oder Verdunstung.

So können Anwender die für ihre Entscheidungen relevanten Daten gezielt nutzen. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Messgrößen einer professionellen Wetterstation – sowohl direkt erfasste Sensorwerte als auch daraus abgeleitete berechnete Größen.

Messgröße Messprinzip/Sensor Anwendung Relevant für
Niederschlag Ein Regenmesser erfasst das herabfallende Wasser. Beheizte Regenmesser schmelzen festen Niederschlag (Frost, Graupel, Schnee) und messen dessen Wasseräquivalent, wodurch auch bei winterlichen Bedingungen eine kontinuierliche Niederschlagserfassung möglich ist. Exakte Niederschlagsdaten sind u.a. wichtig für Bewässerung, Wasserbilanz und Pflanzenschutzentscheidungen Landwirtschaft (Acker-, Obst-, Gemüse-, Weinbau), Präzisionslandwirtschaft, Wasserwirtschaft, Hydrologie, Umweltmonitoring
Lufttemperatur Thermometer messen die Lufttemperatur (Trockentemperatur) direkt. Die Nasstemperatur wird in der Praxis meist rechnerisch aus Temperatur und Luftfeuchte abgeleitet. Die Messung der Temperatur liefert die Grundlage für Prognosen für Pflanzenwachstum oder Krankheits-Entwicklung, Klimaanalysen und Warnungen (z. B. Frostgefahr). Landwirtschaft (alle Kulturen), Obstbau, Weinbau, Tierhaltung, Kommunen & Smart Citys, Forschung & Klimaforschung
Lufttemperatur in Bodennähe

Temperatursensoren nahe der Bodenoberfläche messen die lokale Mikroklimatemperatur.

Die Messung ist entscheidend für Frostschutz, Saat- und Pflanzzeiten. Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Sonderkulturen, frostgefährdete landwirtschaftliche Flächen
Luftfeuchte

Kapazitive Sensoren erfassen die relative Feuchte der Luft.

Wichtig für Bewässerungsplanung, Pilz- und Schaderregerprognosen sowie Verdunstungsberechnungen Landwirtschaft (v. a. Obst-, Gemüse-, Weinbau), Pflanzenschutzflächen, Umweltmonitoring, Forschung
Bodentemperatur Thermistoren oder PT1000-Sensoren in verschiedenen Tiefen (z. B. 5 cm bis 50 cm) messen die Temperatur im Bodenprofil.

Steuerung von Aussaat, Keimung, Wurzelentwicklung und Bodenbiologie

Ackerbau, Gemüsebau, Kartoffelanbau, Marktfruchtbau, Forschungsflächen
Bodenfeuchte Kapazitive oder TDR-Sensoren messen den volumetrischen Wassergehalt des Bodens in verschiedenen Tiefen.

Grundlage für Bewässerungsplanung, Dürremanagement und Pflanzenstressanalyse

Präzisionslandwirtschaft, bewässerte Anbauflächen, Obstplantagen, Weinberge, wasserabhängige Kulturen, Sportplätze
Saugspannung (Bodenwasserpotenzial)

Tensiometersensoren messen den Unterdruck im Boden, den Pflanzen überwinden müssen, um Wasser aufzunehmen.

Direkter Indikator für Wasserstress und Bewässerungsbedarf

Beachten: Tensiometer messen nur im feuchten Bereich (typisch bis ca. –80 kPa). Für sehr trockene Böden sind sie ungeeignet.
hochwertige Kulturen (Obstbau, Weinbau, Gemüsebau), Präzisionslandwirtschaft, Forschungsflächen, Sportplätze
Salzgehalt Leitfähigkeitssensoren im Boden messen die elektrische Leitfähigkeit (EC) des Bodenwassers, aus der unter Berücksichtigung von Feuchte und Temperatur auf den Salzgehalt geschlossen werden kann.

Wichtig für Bewässerungsmanagement und Kulturen, die salzempfindlich sind.

bewässerte Landwirtschaft, Sonderkulturen, Gemüsebau, Regionen mit intensiver Bewässerung
Windgeschwindigkeit Ein Schalen-Anemometer oder Ultraschall-Sensor misst die Geschwindigkeit des Windes. Die Standard-Messhöhe ist 2 m oder 10 m, je nach Anwendung. Beeinflusst Verdunstung, Pflanzenschutzbehandlungen, Frostschutz und Erosionsrisiko. Landwirtschaft (Pflanzenschutzflächen), Weinbau, offene Flächen, Industrie, Infrastrukturstandorte
Windrichtung Eine mechanische Windfahne oder ein Ultraschall-Sensor erfasst den aktuellen Windwinkel. Wichtig für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, Frostschutz und Mikroklima-Analysen Landwirtschaft, Weinbau, Industrie, Kommunen & Smart Citys
Blattnässe (gemessen) Kapazitive oder Widerstandssensoren messen die Feuchtigkeit auf Blattoberflächen.

Schlüsselfaktor für Pilzinfektionen und Fungizid-Entscheidungen

Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Sonderkulturen, intensiver Pflanzenschutz
Sonneneinstrahlung Pyranometer oder Photodioden messen die Globalstrahlung (W/m²) auf der Erdoberfläche. Grundlage für Wachstum, Photosynthese, Verdunstung und Berechnung von ET₀. Landwirtschaft (alle Kulturen), Präzisionslandwirtschaft, Forschung, Umweltmonitoring, Smart Citys

 

Auf Basis der an der Wetterstation direkt erfassten Messgrößen lassen sich weitere, für die landwirtschaftliche Praxis besonders relevante Kenngrößen berechnen. Diese sogenannten abgeleiteten Größen kombinieren mehrere Messwerte und liefern zusätzliche Entscheidungsgrundlagen, etwa für Pflanzenschutz, Bewässerung oder das Management von Stresssituationen bei Pflanzen.

Abgeleitete Größe Messprinzip/ Sensor Anwendung Relevant für
Taupunkt

Wird berechnet aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte

Zeigt an, bei welcher Temperatur Tau oder Reif auf Pflanzen entsteht – wichtig für Pflanzenschutz, Frostgefahr und Krankheitsprognosen Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Sonderkulturen, frostgefährdete landwirtschaftliche Flächen, Forschung
Blattnässe (berechnet)

Aus Luftfeuchte, Temperatur, Niederschlag und ggf. Windgeschwindigkeit errechnet

Schätzt die Dauer der Blattbenetzung (Blattnässeperioden), um Pilzkrankheiten oder optimale Spritzzeiten zu bestimmen. Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, intensiver Pflanzenschutz, Präzisionslandwirtschaft
Wirkungsbedingungen für Pflanzenschutz Aus Sensorwerten wie Lufttemperatur, Luftfeuchte, Blattnässe, Windgeschwindigkeit und Kenngrößen wie Delta-T abgeleitet; oft mit Modellen für Fungizid-/Insektizideffektivität kombiniert.

Unterstützt die Entscheidung, wann Pflanzenschutzmittel wirkungsvoll eingesetzt werden können.

Landwirtschaft mit Pflanzenschutz, Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Marktfruchtbau, Präzisionslandwirtschaft
Delta-T Differenz zwischen Lufttemperatur (Trockentemperatur) und Nasstemperatur oder – in erweiterten Modellen – zwischen Blattoberflächen- und Lufttemperatur. Wichtig für Pilz- und Schaderregerprognosen, da bestimmte Krankheitsmodelle Blatt-Taupunkt und Temperaturunterschiede berücksichtigen. Obstbau, Weinbau, Sonderkulturen, Forschung, pflanzenschutzintensive Kulturen
Verdunstung (ET₀/Evapotranspiration) ET₀ wird aus Strahlung, Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit und Luftfeuchte berechnet. Die tatsächliche Evapotranspiration (ETa) berücksichtigt zusätzlich Bodenfeuchte und Pflanzenbedeckung. Zeigt den Wasserbedarf von Pflanzen und Boden an, um Bewässerung effizient zu planen. Bewässerte Landwirtschaft, Ackerbau, Obstplantagen, Weinberge, Gemüsebau, Wasserwirtschaft
Sättigungsdampfdruckdefizit (VPD / Dampfdruckdefizit) Differenz zwischen Sättigungsdampfdruck (maximale Luftfeuchte bei gegebener Temperatur) und aktueller Dampfdruck; berechnet aus Lufttemperatur + Luftfeuchte. Indikator für Wasserstress von Pflanzen; beeinflusst Verdunstung, Wachstum und Krankheitsrisiko. Präzisionslandwirtschaft, Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Sonderkulturen, Forschung

 

Spezialwissen: Agrar Wetterstationen & Bewässerung

Agrar-Wetterstationen sind ein zentrales Werkzeug für eine effiziente, bedarfsgerechte Bewässerung in der modernen Landwirtschaft. Sie liefern standortgenaue Echtzeitdaten zu Wetter- und Bodenbedingungen und ermöglichen so fundierte Entscheidungen über Zeitpunkt, Dauer und Intensität der Bewässerung. Das führt zu Wassereinsparungen, stabileren Erträgen und geringeren Betriebskosten.

  • Lufttemperatur und -feuchtigkeit: Diese Faktoren beeinflussen die Verdunstung und damit den Wasserverbrauch der Pflanzen.
  • Bodenfeuchte und -temperatur: Der Feuchtigkeitsgehalt im Boden ist der wichtigste Indikator für die Notwendigkeit der Bewässerung. Zu wenig Feuchtigkeit im Boden kann die Pflanzengesundheit gefährden, während zu viel Wasser zu Staunässe und Wurzelfäule führen kann.
  • Niederschlag: Die Echtzeit-Niederschlagsmessung hilft dabei, den Wasserbedarf in Abgleich mit aktuellen Regenereignissen zu planen und Überschüsse zu vermeiden.
  • Globalstrahlung (Sonneneinstrahlung): Sonnenintensität beeinflusst nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern auch die Verdunstung des Wassers.

Integration mit bestehenden Systemen: Prüfen Sie, ob die Wetterstation mit Ihrer Bewässerungssteuerung und anderen Systemen kompatibel ist. Eine nahtlose Integration erleichtert die Bedienung und sorgt für eine automatische Anpassung der Bewässerung. Gerne unterstützen wir Sie dabei.

Wetterstation wird eingebaut

Profi-Wetterstation richtig aufstellen – das ist zu beachten

Nur eine korrekt aufgestellte Wetterstation liefert präzise und repräsentative Daten für Ihre Flächen. Schon wenige Meter können lokale Wetterwerte erheblich verändern.

Standortwahl:

  • Bei einer Station: Zentral in einem Bereich aufstellen, der die Wetterbedingungen auf allen Flächen bestmöglich repräsentiert. Schon wenige Meter können Temperatur, Wind und Niederschlag deutlich beeinflussen. Ziel ist es Durchschnittswerte für den Gesamtbetrieb zu erhalten.
  • Bei mehreren Stationen: Wählen Sie verschiedene Standorte und nutzen Sie gezielt Mikroklimata (zum Beispiel frostempfindliche, schattige, windgeschützte oder exponierte Lagen). Ziel ist es lokale Unterschiede zu erkennen.
  • Vermeiden: Gebäude, Asphalt oder Maschinenabwärme verfälschen Temperatur, Wind und Niederschlag.

Abstand & Hindernisse:

  • Richtwert: Für Windmessungen mindestens die zehnfache Höhe des nächstgelegenen Hindernisses oder 15 Meter freihalten. Für Temperatur- und Niederschlagsmesser reicht oft ein kleinerer Abstand.
  • Insbesondere zur Messung von Außentemperatur und Luftfeuchte Wetterstation fern von Wärmequellen, Gewässern, Wäldern oder Hainen aufstellen.

Sensorenausrichtung:

  • Regenmesser: waagerecht, genau lotrecht justieren. Auch kleine Neigungen verfälschen die Niederschlagsmenge.
  • Windmesser: immer horizontal und möglichst exakt nach Nord ausrichten (für Richtungsmessung).
  • Temperatur/Luftfeuchte: geschützt gegen direkte Sonneneinstrahlung (zum Beispiel mit Strahlungsschutzgehäuse oder Stevenson-Hütte), sonst wird es zu heiß und die Werte steigen künstlich.
  • Bodensensoren: in die Wurzelzone der Kultur pflanzen, gleichmäßig verteilt, nicht direkt neben Steinen oder Wasserlöchern, da das den Bodenfeuchtewert verzerrt.
  • Solarpanel: nach Süden ausrichten für optimale Energieversorgung

Netzwerk & Überprüfung:

  • ausreichende Mobilfunk- oder Funk-Verbindung sicherstellen
  • Installation regelmäßig prüfen und Sensoren sauber halten (Regenmessschale, Lamellen, Spinnweben).

Wartung und Reinigung professioneller Wetterstationen

Profi-Wetterstationen sind hochpräzise Messsysteme, deren Wartung und Reinigung entscheidend für die Datenqualität sind. Eine vernachlässigte Wartung führt zu Messfehlern, zum Beispiel zu falschen Temperaturen oder Niederschlagsmengen oder zu blockierten Windmessern

Typischerweise erfolgt die Wartung ein- bis viermal jährlich, wobei alle Maßnahmen dokumentiert werden sollten. Die Reinigung hängt vom Sensortyp ab.

  • Temperatur- und Feuchtesensoren in Lamellengehäusen werden von Staub, Pollen oder Vogelkot befreit; direkte Benetzung ist meist zu vermeiden.
  • Regenmesser benötigen Reinigung von Laub, Insekten oder Algen und Kontrolle der Kippmechanik, meist zwei- bis viermal jährlich.
  • Windmesser werden auf Leichtgängigkeit, Korrosion und Verunreinigungen geprüft, Ultraschall-Anemometer nur vorsichtig abgewischt.
  • Strahlungssensoren wie Pyranometer sind besonders empfindlich: Glaskuppeln werden vorsichtig mit destilliertem Wasser und einem fusselfreien Tuch gereinigt; Kontrollen auf Kondensation oder Kratzer sind wichtig.
  • Bodensensoren und Schneesensoren werden auf Kabelschäden, Frosthebung und Einbautiefe geprüft.

Zusätzlich zur Reinigung sind Kalibrierungen und Funktionsprüfungen notwendig. Vor-Ort-Vergleichsmessungen sichern die Genauigkeit, Labor-Kalibrierungen erfolgen in der Regel alle ein bis zwei Jahre.

Darüber hinaus sollte die Vegetation in der Nähe der Station regelmäßig kontrolliert werden, damit Bäume oder Hecken die Messergebnisse nicht beeinflussen (zum Beispiel durch Abschattung und Abschwächung des Windes).

Viele Systeme bieten App-Dashboards, die die Sauberkeit und Funktion der Sensoren automatisch überwachen und über den Status der Akkus oder Batterien Bericht erstatten.

METOS® Wetterstationen – Ihre Wetterdaten, Ihr Vorteil

METOS®‑Wetterstationen von Pessl Instruments liefern Wetter- und Umweltdaten – modular, zuverlässig und standortgenau. Sie eignen sich nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für Smart Citys, Forschung, Tierhaltung oder Umweltschutz. Über die FieldClimate®‑Software lassen sich alle Daten per App oder Webportal analysieren, um Ressourcen effizient zu nutzen, Risiken zu minimieren und optimale Entscheidungen zu treffen.

Kontakt BayWa Bewässerung

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